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Kursdetails
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222-1045 Verdun – Schlachtfeld, Gedenkstätte, Versöhnungsort

Beginn Mi., 31.08.2022, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Peter Baus

VERDUN steht für eine zwölfhundertjährige deutsch-französische Geschichte. Im Jahr 843 wurde dort mit einem Vertrag das Reich Karls des Großen unter seinen drei Enkeln endgültig aufgeteilt. In den darauf folgenden Jahrhunderten war die deutsch-französische Geschichte zunächst geprägt von vielen Gemeinsamkeiten, dann aber zunehmend auch von Gegensätzen und Konkurrenz. In der Neuzeit führten viele blutige Kriege bis hin zur sogenannten Erbfeindschaft und den grauenhaften Materialschlachten des Ersten Weltkrieges.
Die Schlacht bei Verdun 1916 begann mit dem deutschen Angriff am 21. Februar und zog sich mit wechselnden Erfolgen bis Mitte Dezember 1916 hin. Sie war die längste Schlacht des Weltkriegs 1914-1918. Die Hölle von Verdun, 300 Tage und Nächte Kampf, Leid und Tod mit über 700.000 Gefallenen, Verwundeten und Vermissten - Deutsche und Franzosen. Die Schlacht von Verdun wurde später zu einem Symbol.
Das Beinhaus von Douaumont, das Mémorial de Verdun, die zahlreichen Denkmale und Relikte der Schlacht von Verdun waren über Jahrzehnte rein national-französische Gedenkstätten. Das Schlachtfeld war „Heilige französische Erde.“ Dass dort auch hunderttausende deutsche Soldaten gekämpft haben und gefallen sind, blieb in der französischen Gedenkkultur weitgehend unberücksichtigt.
Am 22. September 1984, 70 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde ausgerechnet Verdun Versöhnungsort von Franzosen und Deutschen. Die spontane Handreichung des französischen Staatspräsidenten François Mitterand mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Beinhaus von Verdun war eine große, bis heute unvergessene Geste der endgültigen Aussöhnung zwischen beiden Ländern und der Bekräftigung der für Europa so wichtigen deutsch-französischen Freundschaft und Zusammenarbeit.
Im Jahr 2009 hissten Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade am Fort Douaumont, ein Mittelpunkt des ehemaligen Schlachtfeldes, erstmalig eine deutsche Flagge neben der französischen und der Flagge der Europäischen Union. Seitdem weht sie dort.
Vergebung und Versöhnung brauchen Zeit. Freundschaft kann man nicht verordnen, sie muss wachsen.
Heute versteht sich Verdun - Ville de la Paix - als Weltstadt des Friedens, der Versöhnung über den Gräbern und der deutsch-französischen Freundschaft. In der Stadt Verdun und im Gebiet der Schlacht von 1916 erinnern und mahnen zahlreiche Gedenkstätten und Museen an die Schrecken des Krieges.
Verdun und alle Ortschaften im Kampfgebiet der Schlacht 1916 wurden schwer zerstört, viele der Ortschaften durch Millionen von Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Das Ausmaß der Zerstörung, Blindgänger und Munition, der von Kadavern und Giftgas verseuchte Boden ließen bei neun Dörfern Wiederaufbau und Besiedelung nicht mehr zu. Heute erinnern nur noch kleine Kapellen und Gedenktafeln an die einstigen Orte und ihre Bewohner. Die kleinen lothringischen Dörfer Douaumont und Vaux-devant-Damloup lagen monatelang im Epizentrum der Schlacht am Ostufer der Maas. Ihre Zerstörung war vollständig, kein Stein blieb auf dem anderen.
Die Commune Douaumont-Vaux hat heute weniger als 80 Einwohner. Zum Gebiet der Commune gehört das zerstörte Dorf Douaumont, das weltbekannte Beinhaus und das Restaurant L'Abri des Pélerins. Das heutige Dorf Vaux entstand an anderer Stelle, unweit des im Krieg zerstörten VAUX. Das Dorf hat heute 30 Häuser und etwa 70 Einwohner.
Rheinbach und Verdun
Schon seit einigen Jahren besuchen Reisegruppen aus Rheinbach und Umgebung regelmäßig die Gedenkstätten auf den ehemaligen Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bei Verdun. Im Jahr 2013, 50 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrags, wurde das Schlachtfeld am 13. Mai für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rheinbach zum Ort eines bis dahin einzigartigen, beispiellosen Projektes der deutsch-französischen Freundschaft und Versöhnung. Höhepunkt der Veranstaltungen war die Enthüllung und Segnung der von Pater Ludwig S.A.C. geschaffenen Statue Abschied / Les Adieux am deutschen Soldatenfriedhof im Fort Douaumont. Diese steht dort seitdem dauerhaft und wird regelmäßig von Gruppen aus Rheinbach besucht.
Die Partnerschaft des Friedens
Am 10. November 2019 wurde auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Verdun zwischen der Stadt Rheinbach und der Commune Douaumont-Vaux die Partnerschaft des Friedens feierlich beschlossen. Im Text der Partnerschaftsurkunde wurde vereinbart, dass auf dem ehemaligen Schlachtfeld die deutsch-französische Freundschaft durch ein besonderes gemeinsames Gedenken an den Ersten Weltkrieg und die Schlacht bei Verdun gestärkt werden soll.
Der Delegation aus Rheinbach wurden im Zuge der Gedenkfeiern zum Kriegsende am 11. November 1918 zahlreiche außergewöhnliche Ehren zuteil. Ein Höhepunkt war, dass Bürgermeister Stefan Raetz am Abend des 10. November als zweiter Deutscher nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (2016) zusammen mit dem Bischof von Verdun und dem Präfekten des Départments die ewige Flamme im Ostgewölbe des Beinhauses entzünden durfte.
Diese Partnerschaft des Friedens der Stadt Rheinbach mit zwei zerstörten Dörfern auf dem symbolträchtigen Schlachtfeld von Verdun 1916 ist einzigartig. In der Bedeutung für die deutsch-französische Freundschaft hebt sie Rheinbach besonders hervor.
Das Beinhaus von Douaumont
Das Beinhaus von Douaumont wurde auf einer Anhöhe in dem Gelände errichtet, das 1916 monatelang Schauplatz schwerster Kämpfe war. Von dort hat man einen Ausblick auf das Epizentrum der damaligen Schlacht. Hier ruhen heute die Gebeine von mehr als 130.000 nicht mehr zu identifizierenden Soldaten - Franzosen und Deutsche. Die Gewölbe in den Hallen des Beinhauses sind bedeckt mit Inschriften und Gedenktafeln für Gefallene.
100 Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges, im Februar 2014, wurde im Beinhaus erstmalig eine Gedenktafel mit dem Namen eines auf dem Schlachtfeld von Verdun gefallenen deutschen Soldaten enthüllt.
Zum Besuch von Staatspräsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2016, anlässlich der Gedenkfeiern zur Schlacht bei Verdun 1916, wurde folgende Inschrift im Gewölbe der Eingangshalle des Beinhauses eingraviert:
HIER LIEGEN GEMEINSAM DIE GEBEINE VON 130.000 FRANZÖSISCHEN UND DEUTSCHEN SOLDATEN,
DIE AUF DEM SCHLACHTFELD VON VERDUN GEFALLEN SIND.
LASST UNS NIEMALS DIESES GRAUEN VERGESSEN.
Rheinbach wurde am 22. September 2020 im Rahmen der französischen Gedenkfeier 100 Jahre nach der Grundsteinlegung des Beinhauses eine ganz besondere Ehre zuteil. Es wurden eine Tafel und zwei Inschriften enthüllt. Die Tafel erinnert an Karl Scharrenbroich, Angehöriger einer bekannten Rheinbacher Familie, gefallen und vermisst auf dem Schlachtfeld von Verdun. Die Inschriften sind in Deutsch und Französisch im Ostgewölbe des Beinhauses eingraviert:
RHEINBACH UND DOUAUMONT-VAUX GEDENKEN HIER IHRER GEFALLENEN
ICI RHEINBACH ET DOUAUMONT-VAUX SE SOUVIENNENT DE LEURS MORTS

Richtig, hier steht nicht Berlin, München oder Frankfurt, sondern Rheinbach. Jährlich besuchen Zehntausende von Besuchern aus der gesamten Welt diese Gedenkstätte.
Am 12. November 2021 konnte das Projekt „Historische Obstgärten“ der Partnerschaft des Friedens nach mehrfacher Verschiebung aufgrund Corona, vielbeachtet von regionalen französischen Medien, endlich durchgeführt werden. Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums reisten mit einigen Begleitpersonen nach Verdun und pflanzten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Verdun auf dem Gelände des 1916 völlig zerstörten Dorfes Douaumont alte Obstbaumsorten aus Deutschland und Frankreich.

bei verschiedenen Dienststellen zahlreiche militärgeschichtliche Exkursionen im Westen Deutschlands, in Belgien und in Nordfrankreich organisiert und durchgeführt.




Die Höhe von Vauquois		Foto Baus 2011 (Die Höhe von Vauquois Foto Baus 2011)
US-Kriegsgräberstätte Romagne-sous-Montfaucon	Foto Baus 2014 (US-Kriegsgräberstätte Romagne-sous-Montfaucon Foto Baus 2014)

Kursort

Gesamtschule Rheinbach, Standort 2

Dederichsgraben 2
53359 Rheinbach


Termine

Datum
1. Termin am 31.08.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Ort: Dederichsgraben 2, Gesamtschule Rheinbach, Standort 2




Unsere Ansprechpartner für Sie

Dr. Barbara Hausmanns
Fachbereichsleitung

02226 9219-23
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Hans-Jürgen Nicklisch
Sachbearbeitung

02226 9219-20
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